![]() |
|||
Pressetatuntat – presse – meller kreisblatt – 22.10.08 Ausdrucksstarke Performance Bizarre Klangerlebnisse und Extrempoesie in der Wilden Rose Mit ihrer ausdrucksstarken Performance „Tat – Untat“ – Kunst ist Wirklichkeit ließ das Künstlertrio Willem Schulz, Anna Bella Heinemann und Marcus Beuter die Besucher der Wilden Rose in Klangerlebnisse von außergewöhnlicher Intensität eintauchen. Das gesprochene Wort, die Stimme und ein mysteriöses Cello standen im Mittelpunkt des Geschehens. Der erste Teil der mitreißenden Inszenierung spielte im fast stockdüsteren Saal des Kulturzentrums, in dem zunächst gespannte Stille herrschte. Einen Hauch von Licht und Alltäglichkeit erzeugte der Laptop von Marcus Beuter, der durch fein abgestimmte Klänge und Hintergrundgeräusche bei seinen Zuhörern unterschiedliche Stimmungen und Gefühle hervorrief. Die Silhouette eines Cellos tauchte plötzlich im Halbdunkel auf, dessen Saiten zunächst stumm blieben. Es wurde laut schleifend über das Parkett geschoben, blieb manchmal unwillkürlich stehen, zerkratzte den Boden, nahm im Laufe der Vorstellung allerlei kuriose Positionen ein. Spürbar war eine besondere Harmonie, ein Gleichklang zwischen den drei Darstellern, die das menschliche Leben mit all seinen Fragen, Irrwegen, Zweifeln und Ängsten mutig und ungeschminkt betrachteten. Dabei verblüffte die einzigartige Behandlung des Cellos, gespielt von Willem Schulz, das die emotionalen Ausflüge Anna Bella Heinemanns begleitete und ihre Gefühlswelt wiederspiegelte. Wie geht es uns wirklich damit, wenn das Ende der bunten Jugend gekommen ist, ohne dass auch nur eine der großen Fragen an das Leben wirklich beantwortet ist? Anna Bella Heinemann treibt es auf die Spitze. Sie schrie ihre Orientierungslosigkeit immer wieder mitten in den stillen dunklen Raum. Im nächsten Moment schlich sie durch die Publikumsreihen und flüsterte mehreren erstaunten Gästen spontan ein „Ich liebe dich“ ins Ohr, um danach wieder zu verschwinden. Das Freizeichen eines Telefons erklingt, ohne sie aus ihrer Warteschleife zu erlösen. Rastlos irrt sie umher, findet keinen Trost, verlässt schließlich gequält den Raum. Sie betrachtet das Leben als einen Setzkasten, ist auf der Suche nach Erfüllung, Liebe und Vertrauen. Eindrucksvoll zerknüllt sie ein Stück Papier in ihrer Hand, nennt es „meine Zukunft“ und steckt es in den Mund, um es hinterher wieder auszuspeien. Ein mit frischer Authentizität und Tiefe dargebotenes Theater-Kunstwerk, das ein emotional aufgewühltes Publikum zurückließ. Frederike Haar
tatuntat – presse – nw – 23.02.09 Sie können auch Moll Das Trio „Tatuntat“ produziert dunkle Klangbilder Es ist still. Es ist dunkel im Theaterlabor. In der Mitte des kleinen Veranstaltungsraums steht ein einfacher Tisch. Darauf ein Laptop. Ein Mann sitzt davor. Die Fläche seines Gesichtes, unbewegt in tiefer Konzentration, ist matt erleuchtet. Warten auf den Anfang. Plötzlich aus dem Off, zerreißt eine weibliche Stimme die Stille. Höhnisch, skeptisch, provozierend: „So, Sie sind also alle theatererfahren?“ Unter einer der vier Tribünen krabbelt eine blonde Frau hervor, klopft sich den Staub ab, doch mehr und mehr werden ihre Handbewegungen zu Schlägen und die dazu ausgestoßenen Worte zu Hilferufen, die von häuslicher Gewalt künden, sexueller Perversion: „Tu mir nicht weh, Schatz...Es hat ja jeder so seine eigenen Vorlieben...Erlaubt ist was gefällt...“ Dazu lauter werdende Hintergrundgeräusche in monotonem Rhythmus: Fahrende Züge, grelle Signaltöne, ebenso störende wie verstörende Laute. Ein Dritter, der inzwischen die Bühne betreten hat, bewegt sein Cello barfuß durch den Raum. Der Stachel des Instruments holpert über die Holzdielen des Fußbodens wie ein stanzender Pfahl im Fleische. Was für ein beklemmender, was für ein starker Einstieg, den Marcus Beuter am Laptop, Aktrice Anna Bella Heinemann und Cello-Spieler Willem Schulz für ihre „Tatuntat“-Performance gewählt haben. Danach wird dieses erste Stück leichter, was nicht bedeutet weniger von Belang. Beinahe slapstickartige Szenen, wie die Sequenz „Ich habe blöde Füße, aber einen sehr guten Po“ wechseln sich ab mit poetischen Einfällen. So findet Anna Bella Heinemann, indem sie Mick Jaggers „You Can’t Always Do What You Want“ paraphrasiert, Worte und Bilder für einen im Faustischen Sinne „erfüllten Augenblick“, die im heutigen Sinne treffend sind, ohne modisch zu wirken: “Einmal wirklich nichts wünschen wollen, und du kriegst voll fett“, resümiert sie am Ende versonnen. Nach der Pause dann ist alles radikal anders, die Perspektive verändert, was nicht nur am Umbau des Raums liegt. Statik herrscht, wo vorher Bewegung war. Heinemann und Cello-Wanderer Schulz sind wie zum Stillstand verdammt. Warum die Geräusche, die Beuters Laptop reproduziert – elektrisches Türöffnersummen, Kinderstimmen, Maschinenstampfen, das Freizeichen des Telefons – so seltsam vertraut klingen, begreift man erst allmählich. Es ist Pink Floyds „The Wall“- Projekt, an das man sich erinnert. Heinemanns dazu gesprochene Worte, Zeugnisse zunehmenden Wahns, verstärken die Referenz. Ein durch und durch beeindruckender Abend! Antje Dossmann
panta rhei – presse – hk – 04.12.07 Panta rhei – alles fließt 7. Haller Kunst & Design Nacht überraschte mit Licht- und Klangobjekten „Alles fließt und nichts bleibt, es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln“, Platons Zitat ist die knappste Formulierung der so genannten Flusslehre des griechischen Philosophen Heraklit. Bei der 7. Haller Kunst & Design Nacht griffen Mario Krohnen und Marcus Beuter mit fünf künstlichen Planeten, die in einer fantastischen Licht- und Klanginstallation rotierten, die Kurzformel auf und titelten: „Panta rhei“. Optomechanische Kunstwerke, als geometrische Kugel gestaltet, schwebten inmitten einer Soundcollage von natürlichen und synthetischen Klängen in harmonischen Kreisbahnen. Wahrnehmbar ahmten sie kosmische Objekte nach, begeisterten ein fasziniertes Publikum mit rubinroten Laserstrahlen und grellen Lichteffekten. Mario Krohnen aus Bielefeld installierte in wochenlanger Kleinarbeit fünf Planeten inklusive einer Sonne im Atelier „Reh-Form-Haus“, für die futuristische Akustik zeichnete sich Welt-Tonmeister Marcus Beuter von „fragmentrecordings“ verantwortlich. Edwin Rekate
lippische rose – presse – heimatbund Im Namen der Lippischen Rose „...die fast 50-minütige Wiedergabe lebt nicht vom Wort allein. Vielmehr gelingt es Marcus Beuter durch Klänge des Weltjugendtages in Köln und des Sparrenburgfestes in Bielefeld eine ganz eigene Atmosphäre zu schaffen, die das Hören zu einem Erlebnis werden lässt. ...insgesamt darf man dieses künstlerische Experiment...als durchaus erfolgreich und nachahmenswert bezeichnen.“ Burkhard Meier
|
|||
| © 2006 by Marcus Beuter | Impressum |